
PATTAYA, Thailand – Während sich die Stadt auf ihre traditionell ausgedehnten Songkran-Feierlichkeiten vom 17. bis 19. April vorbereitet, wächst unter Langzeitbesuchern die Unzufriedenheit. Viele beklagen, dass sich das Fest zu einer zunehmend unaufhaltsamen und allgegenwärtigen Erfahrung entwickelt habe.
Was einst eine kurze, fröhliche Tradition von wenigen Tagen war, hat sich in Pattaya zu einem mehrtägigen – oft über eine Woche andauernden – Wasserfestival ausgeweitet, das vom 11. bis 19. April große Teile der Stadt erfasst, von der Strandpromenade bis hin zu Hauptverkehrsstraßen.
Kommentare in Online-Foren zeigen eine klare Spaltung: Während viele das ausgelassene Treiben weiterhin genießen, berichten andere, dass die lange Dauer sie dazu bewege, die Stadt während dieser Zeit ganz zu verlassen. „Es macht Spaß, aber nach einer Woche, in der man nicht mehr vor die Tür kann, ohne komplett durchnässt zu werden, verliert es seinen Reiz“, schrieb ein Langzeitbesucher. Ein anderer ergänzte: „Es wäre etwas anderes, wenn man bestimmte Straßen meiden könnte – aber es ist überall.“
Auch Sicherheitsbedenken werden geäußert. Ein Nutzer schilderte, wie er auf einem Motorrad auf der Sukhumvit Road bei hoher Geschwindigkeit mit einem Eimer Wasser überschüttet wurde und bezeichnete die Situation als „nicht sicher“.
Für einige ist die Lösung einfach: die Stadt verlassen. „Ich fliege für die Zeit nach Vietnam. Oder nach Laos, oder irgendwo anders hin“, schrieb ein Nutzer. Andere nannten Reisen nach Bangkok oder sogar Hongkong, um den Feierlichkeiten zu entgehen.
Besonders langjährige Besucher zeigen sich betroffen. Ein Resident, der auf die 80 zugeht, blickte auf Jahrzehnte Erfahrung zurück: „Als ich jünger war, habe ich es geliebt, aber die Zeit vergeht… kein Problem für die, die es mögen – aber man sollte wissen, dass Tausende es nicht tun.“
Mehrere Stimmen weisen zudem darauf hin, wie stark sich die Natur des Festes verändert hat. „Früher spielte sich alles von morgens bis Sonnenuntergang ab, und abends konnte man trocken ausgehen. Heute geht es 24 Stunden am Tag – zehn Tage lang“, heißt es in einem weiteren Kommentar.
Trotz der Kritik argumentieren einige Forennutzer, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen weniger negativ sein könnten als angenommen. Kurzzeiturlauber, die gezielt für Songkran anreisen, gelten oft als ausgabefreudiger und könnten die temporäre Abreise von Langzeitgästen teilweise ausgleichen.
Dennoch macht die Diskussion eine grundlegende Spannung im Tourismusmodell Pattayas deutlich: den Balanceakt zwischen einem energiegeladenen Festivaltourismus und der Lebensqualität, die Langzeitbesucher erwarten.
Mit der weiter wachsenden Größe und Intensität von Songkran bleibt die Frage offen, ob Pattaya beiden Gruppen gerecht werden kann – oder ob die verlängerten Feierlichkeiten künftig noch mehr Besucher dazu bewegen, zumindest für diese Woche ruhigere Reiseziele aufzusuchen.









