Ohne Auto, ohne Drinks, günstige Zimmer: Ausländische Rentner in Pattaya sparen jeden Baht

0
166
Ein ausländischer Besucher fährt mit dem Fahrrad durch die Soi 6, während einige Langzeit-Touristen in Pattaya ihren Lebensstil vereinfachen, um steigende Lebenshaltungskosten zu bewältigen und ihre festen Renteneinkünfte zu strecken.

PATTAYA, Thailand – Für viele ausländische Langzeitbesucher, die Pattaya einst als günstiges tropisches Paradies betrachteten, wird der Alltag zunehmend zu einem Balanceakt. Steigende Preise für Lebensmittel, Mieten und Dienstleistungen zwingen manche Rentner und Pensionäre dazu, ihren Lebensstil in der Küstenstadt neu zu überdenken.

Im vergangenen Jahr haben der stärkere thailändische Baht und höhere Lebenshaltungskosten die täglichen Gewohnheiten vieler Ausländer, die langfristig in Pattaya leben, spürbar verändert. Obwohl die Stadt weiterhin günstiger ist als viele westliche Reiseziele, hat sich der Preisunterschied so weit verringert, dass zahlreiche Besucher inzwischen jeden ausgegebenen Baht genau im Blick behalten.

Für Rentner, die von festen monatlichen Einkünften aus Europa, Australien oder Nordamerika leben, ist es zunehmend eine Frage der Disziplin, das Budget bis zum Monatsende zu strecken.

Viele haben einfache Strategien entwickelt. Autos und Motorräder gelten immer häufiger als Luxus statt als Notwendigkeit. Stattdessen nutzen einige Fahrräder oder legen längere Wege zu Fuß zurück, um Kosten für Treibstoff, Wartung und Parkgebühren zu vermeiden.

Auch Ausgaben für das Nachtleben – einst ein prägendes Element des Lebens in Pattaya – sind bei Langzeitbesuchern mit begrenztem Budget zurückgegangen. Bars, importierte Getränke und Unterhaltungsangebote können das Budget schnell belasten, weshalb viele ihre sozialen Ausgänge einschränken oder ganz darauf verzichten.

„Früher bin ich fast jeden Abend ausgegangen“, sagte ein europäischer Rentner aus dem Zentrum von Pattaya. „Heute vielleicht einmal pro Woche – wenn überhaupt. Man überlegt plötzlich, wie viele Mahlzeiten man für das gleiche Geld bekommen könnte.“



Günstiges Essen ist für viele ebenfalls zu einer wichtigen Sparstrategie geworden. Anstatt in Restaurants zu essen, die sich hauptsächlich an Touristen richten, suchen viele Langzeitbesucher kleine Straßenlokale, lokale Märkte oder einfache thailändische Gerichte auf, die nur einen Bruchteil westlicher Mahlzeiten kosten.

Auch bei der Unterkunft gibt es Veränderungen. Einige Langzeitgäste sind aus Serviced Apartments oder hochwertigen Eigentumswohnungen ausgezogen und wohnen nun in einfacheren Zimmern, älteren Apartmenthäusern oder kleineren Studios etwas weiter entfernt vom Strand.

Für diejenigen, die weiterhin in Pattaya bleiben möchten, ist das Ziel klar: Das monatliche Renteneinkommen soll möglichst lange reichen.


Immer mehr Ausländer vergleichen daher sorgfältig die Preise im Supermarkt, bevorzugen lokale Produkte statt importierter Waren und reduzieren Ausgaben für Freizeitaktivitäten. Manche führen sogar Notizen oder nutzen Smartphone-Apps, um ihre täglichen Ausgaben zu verfolgen und ihr Budget nicht zu überschreiten.

Trotz dieser Anpassungen sehen viele weiterhin Vorteile darin, in Pattaya zu leben – darunter das warme Klima, eine gut zugängliche medizinische Versorgung und eine soziale Gemeinschaft anderer Langzeitbesucher, die ähnliche finanzielle Herausforderungen bewältigen.


Gleichzeitig spiegeln die veränderten Ausgabengewohnheiten eine breitere Entwicklung wider. Der Ruf Pattayas als extrem günstiges Reiseziel ist zunehmend verblasst und wird durch das Bild einer Stadt ersetzt, in der Besucher heute bewusster mit ihrem Geld umgehen müssen als noch vor einigen Jahren.

Für einige Langzeitbewohner lässt sich die Veränderung mit Anpassungen im Lebensstil bewältigen. Für andere stellt sich jedoch eine neue Frage: Wie lange reicht die Rente noch, bevor die Rechnung nicht mehr aufgeht?