Baht legt im Zuge der Goldrally zu – Märkte blicken auf US-Handelsrisiken und thailändische Zinsentscheidung

0
188
Marktindikatoren zeigen eine veränderte Anlegerstimmung, während der Baht parallel zu steigenden Goldpreisen in einem Umfeld globaler wirtschaftlicher Unsicherheit an Stärke gewinnt.

PATTAYA, Thailand – Der thailändische Baht hat am 24. Februar fester bei 30,98 je US-Dollar eröffnet. Rückenwind kam von weiter steigenden Goldpreisen sowie wachsender Unsicherheit über die US-Handelspolitik, wie Marktanalysten berichten.

Poon Panichpibool, Stratege bei Krungthai GLOBAL MARKETS, erklärte, der Baht habe an Stärke gewonnen, nachdem die globalen Goldpreise (XAUUSD) die Marke von 5.200 US-Dollar je Unze testeten. Investoren blieben vorsichtig hinsichtlich der künftigen US-Handelspolitik und der anhaltenden geopolitischen Spannungen, insbesondere zwischen den Vereinigten Staaten und Iran. Für die nächsten 24 Stunden erwartet er eine Handelsspanne von 30,85 bis 31,05.



Obwohl die Unsicherheit über den US-Handel den Dollar mittelfristig schwächen könnte, dürfte sich dieser Druck laut Poon nicht sofort entfalten. US-Behörden könnten bis zu 150 Tage Zeit haben, um unter Section 122 vorübergehende Importzölle zu verhängen, während zusätzliche Maßnahmen nach Sections 232 und 301 geprüft werden. Dies erhöhe das Risiko neuer Handelsturbulenzen im weiteren Jahresverlauf.

Krungthai geht davon aus, dass weiterer Aufwertungsdruck auf den Baht begrenzt bleiben dürfte. Sollte die Währung in den Bereich von 30,50 bis 30,75 steigen, gelte sie im Verhältnis zu den Fundamentaldaten als überbewertet. Der faire Wert werde derzeit bei etwa 33 bis 34 Baht pro Dollar gesehen. Solche Niveaus könnten sich daher zum schrittweisen Aufbau von US-Dollar-Positionen und anderen Fremdwährungen anbieten.


SCB Financial Markets erwartet für heute eine Handelsspanne von 30,90 bis 31,20. Der Baht bleibt zwar fest, konnte jedoch wichtige Unterstützungsmarken bislang nicht nachhaltig durchbrechen. Der US-Dollar-Index hat sich nach jüngster Schwäche im Zusammenhang mit Zollbedenken stabilisiert. Unterstützend wirkten zudem Thailands Januarexporte, die mit einem Plus von 24,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr das stärkste Wachstum seit vier Jahren verzeichneten. Separat verschob die Europäische Union die Genehmigung eines vorgeschlagenen US-Zolls von 15 Prozent und verwies auf Unstimmigkeiten mit früheren Verhandlungen.

Auch der Goldpreis setzte seinen Aufwärtstrend fort. Die Gold Traders Association meldete einen Anstieg der inländischen Goldpreise um 650 Baht. Goldbarren wurden bei 76.150 Baht je Baht-Gewicht gehandelt, Goldschmuck bei 76.950 Baht.

Analysten von Hua Seng Heng Gold Futures führen den Preisanstieg auf die starke Nachfrage nach sicheren Häfen zurück. Zwar blockierte der Oberste Gerichtshof der USA Zollmaßnahmen unter dem IEEPA-Rahmen, doch hat Präsident Donald Trump laut Goldman Sachs einen pauschalen globalen Zoll von 15 Prozent auf Basis von Section 122 vorangetrieben, während weitere rechtliche Optionen offen bleiben. Der SPDR Gold Trust erhöhte seine Bestände um 7,72 Tonnen auf insgesamt 1.086,47 Tonnen.

Technisch testen die Goldpreise derzeit eine Unterstützung bei etwa 5.145 Dollar und könnten in Richtung 5.200 bis 5.250 Dollar steigen. Ein Fall unter 5.100 Dollar würde jedoch das Risiko einer stärkeren Korrektur erhöhen. Am 23. Februar legten die April-Goldfutures an der COMEX um 144,70 Dollar oder 2,85 Prozent auf 5.225,60 Dollar je Unze zu – der zweite Tagesgewinn in Folge.

Mit Blick nach vorn sieht das Chief Investment Office von Krungthai die globalen Märkte an einem möglichen Wendepunkt. Politische Unsicherheit in den USA könnte das Vertrauen der Unternehmen belasten und das Risiko einer stärkeren wirtschaftlichen Abkühlung erhöhen, was zu höherer Marktvolatilität und verstärkter Nachfrage nach sicheren Anlagen führen dürfte.

In Thailand wird erwartet, dass der geldpolitische Ausschuss seinen Leitzins bei der Sitzung am 25. Februar bei 1,25 Prozent belässt, während die Währungshüter die wirtschaftliche Lage bei niedriger Inflation und externen Unsicherheiten bewerten. Die Erklärung nach der Sitzung dürfte die kurzfristige Markt- und Währungsstimmung maßgeblich beeinflussen.

Das Krungthai CIO empfiehlt zur Navigation durch die erhöhte Volatilität eine „Barbell-Strategie“. Diese kombiniert wachstumsorientierte Anlagen wie fundamental starke Technologie- und Halbleiteraktien – gestützt durch langfristige KI-Investitionstrends – mit defensiven Assets wie Gold. Zusätzlich wird eine Diversifikation in wachstumsstarke Märkte wie Indien und Vietnam empfohlen, um die Widerstandsfähigkeit von Portfolios zu erhöhen.