Thailändische Handelskammer warnt vor verschärfter US-Zollpolitik und wachsendem Druck auf Exporte und Baht

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Dr. Poj Aramwattananont, Vorsitzender der Thai Chamber of Commerce, äußert sich zur wachsenden Unsicherheit im Welthandel, während US-Zollerhöhungen die Exportkosten steigen lassen und zusätzlichen Druck auf den thailändischen Baht ausüben.

PATTAYA, Thailand – Die thailändische Handelskammer hat gewarnt, dass die US-Handelspolitik weiterhin alles andere als gefestigt sei, nachdem Donald Trump eine sofortige Erhöhung der globalen Importzölle von 10 % auf 15 % angekündigt hat – trotz eines Urteils des Supreme Court of the United States, das frühere Zollmaßnahmen betrifft.

Der Schritt signalisiert, dass Washington Zölle weiterhin als strategisches wirtschaftspolitisches Instrument einsetzt und damit den Druck auf globale Exporteure und Lieferketten, einschließlich Thailand, erhöht. Die Kammer warnte, dass die Eskalation die Wettbewerbsfähigkeit thailändischer Exporte weiter untergraben und zugleich zusätzliche Volatilität für den Baht schaffen könnte.



Dr. Poj Aramwattananont, Vorsitzender der Thai Chamber of Commerce und des Board of Trade of Thailand, erklärte, die US-Handelspolitik befinde sich in einer Phase erhöhter Unsicherheit. Zwar könne das Urteil des Obersten Gerichtshofs zuvor angekündigte Gegenzölle beeinflussen, doch die grundsätzliche Richtung der US-Handelspolitik bleibe im Wandel, wobei neue Zollmechanismen wahrscheinlich seien.

Er betonte, dass die sofortige Anhebung auf 15 % zeige, dass die amerikanische Zollstrategie fortgesetzt werde, selbst wenn einzelne frühere Maßnahmen zurückgenommen würden. Die US-Regierung setze weiterhin auf Zölle als flexibles Instrument zur Durchsetzung ihrer wirtschafts- und handelspolitischen Ziele.

Die Kammer hob hervor, dass der höhere Zollsatz ein klares Signal sei, dass Handelsbarrieren ein strategisches Politikwerkzeug bleiben werden – mit spürbaren Auswirkungen auf globale Lieferketten und exportabhängige Volkswirtschaften wie Thailand.


Ein weiteres großes Risiko sei die Wechselkursvolatilität. Wirtschaftliche Unsicherheit in den Vereinigten Staaten könnte den US-Dollar schwächen, insbesondere falls zuvor erhobene Zölle zurückerstattet würden. Dies könnte zu einer Aufwertung des Baht gegenüber dem Dollar führen. Da der Großteil des Welthandels in US-Dollar abgewickelt wird, würde ein stärkerer Baht in Kombination mit höheren Zollkosten die Wettbewerbsfähigkeit thailändischer Exporteure zusätzlich belasten, insbesondere in margenschwachen Branchen.

Nach Angaben der Handelskammer stehen thailändische Unternehmen derzeit unter dreifachem Druck: steigende Exportkosten, regulatorische Unsicherheit für die Geschäftsplanung in den kommenden 150 Tagen sowie eine beschleunigte Umstrukturierung globaler Lieferketten, die den Wettbewerb um Investitionen in der Region verschärft.


Die Kammer forderte die Regierung auf, proaktive Handelsverhandlungen voranzutreiben, klarere politische Leitlinien zu geben und die Koordination zwischen den zuständigen Behörden zu stärken, um die Interessen thailändischer Unternehmen in dieser unsicheren Phase zu schützen.

„Der Welthandel befindet sich in einer Phase der Neujustierung“, sagte Dr. Poj. „Thailand sollte diesen Moment nutzen, um seine Wirtschaft aufzuwerten, die Widerstandsfähigkeit der Unternehmen zu stärken und die Wirtschaftsdiplomatie voranzubringen, um Unsicherheit in langfristige Wachstumschancen zu verwandeln.“