Pattaya ist nicht leer sondern im Wandel und der starke Baht lebt weiter mit der Stadt

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Ein ausländischer Tourist genießt unter mildem Sonnenschein ein kaltes Getränk in einer Bar an der Pattaya Beach Road, während sich die Stadt an veränderte Reisegewohnheiten anpasst statt leer zu sein. (Foto: Jetsada Homklin)

PATTAYA, Thailand – „Es sind nicht mehr die Frauen oder ihr Lächeln – es ist der Wechselkurs, der entscheidet, ob ich bleibe oder gehe.“
Dieser Satz taucht immer wieder auf, wenn über die Zukunft Pattayas diskutiert wird. In letzter Zeit sind die Debatten lauter geworden. Ein starker Baht, steigende Lebenshaltungskosten, veränderte Touristenprofile und ruhigere Bars lassen manche langjährigen Besucher Abschied nehmen. Andere wiederum behaupten, die Stadt sei voller denn je.
Beides stimmt – und stimmt zugleich nicht.



Offizielle Tourismuszahlen zeigen, dass die Ankünfte im Vergleich zu 2024 in etwa stabil geblieben sind. Ein genauerer Blick offenbart jedoch Verschiebungen: Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer soll von rund neun auf sechs Nächte gesunken sein, während die Pro-Kopf-Ausgaben schätzungsweise um 20 bis 30 Prozent zurückgegangen sind. Das bedeutet eine doppelte Belastung – weniger Übernachtungen und geringere Ausgaben pro Gast.

Wer jedoch an einem Wochenende die Beach Road entlanggeht, spürt wenig von Niedergang. Der Verkehr stockt, die Gehwege sind belebt, Hotels füllen sich weiterhin. Was sich verändert hat, ist weniger die Menge als vielmehr die Zusammensetzung der Besucher.
Die vertraute Gruppe westlicher Langzeitgäste, Rentner und Wiederkehrer wird zunehmend durch asiatische Kurzzeitreisende ersetzt, die das ganze Jahr über ankommen. Dadurch verschwimmt die frühere Vorstellung einer klaren „Nebensaison“, während sich Ausgabeverhalten und Nachtleben neu ordnen. Familien, Wochenendurlauber aus Bangkok und festivalgetriebene Besucher prägen heute viele Viertel, die einst von nächtlicher Barkultur bestimmt waren.

Dieser Wandel verläuft nicht schmerzfrei. Barbetreiber klagen über steigende Kosten und sinkende Umsätze. Stammgäste ärgern sich über höhere Preise für Getränke, Essen und Unterhaltung. Manche vermissen die günstigen Thai-Garküchen, die früher das Stadtbild prägten und inzwischen häufiger von Seafood-Restaurants, Convenience-Stores und internationalen Ketten verdrängt wurden.
Andere nehmen es gelassen.

Erstbesucher empfinden Pattaya im Vergleich zu Europa oder Australien weiterhin als bemerkenswert günstig. Langjährige Bewohner verweisen darauf, dass Klagen über Preise seit Jahrzehnten zu hören sind – meist von jenen, die Kosten aus dem Jahr 2010 in einer Wirtschaft von 2026 erwarten. Und nicht wenige finden ruhigere Abende durchaus angenehm.
„Ich genieße es“, meinte ein regelmäßiger Besucher. „Weniger Touristen.“

 

Unbestreitbar ist: Pattaya verändert sich – es stirbt nicht. Das reine Party-Image verblasst und macht Platz für etwas Breiteres, Unordentlicheres und weniger Vorhersehbares. Manche ziehen weiter nach Vietnam, Kambodscha oder in andere Teile Südostasiens. Andere bleiben, passen sich an und genießen weiterhin, was Pattaya bietet: Sonne, Meeresbrisen, Freiheit und eine Stadt, die nie ganz das wird, was man von ihr erwartet.
Wie es ein alter Stammgast zufrieden in einer Bierbar formulierte:
„Wir sind nicht unglücklich. Wir haben die Zeit unseres Lebens.“

Ob man es liebt oder verlässt – Pattaya bleibt Pattaya: fehlerhaft, laut, im Wandel und weiterhin unmöglich zu ignorieren.