Shorts und freier Oberkörper senden in Pattaya oft die falschen Signale

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Ein ausländischer Tourist ohne Shirt überquert die Pattaya Beach Road in Shorts, während ein Baht-Bus mit asiatischen Touristen vorbeifährt – ein alltägliches Bild, das oft gegen jene arbeitet, die über den Strand hinaus Eindruck machen wollen. (Foto: Jetsada Homklin)

PATTAYA, Thailand – Ein Spaziergang entlang der Pattaya Beach Road an einem beliebigen Nachmittag zeigt immer wieder dasselbe Bild. Ausländische Touristen überqueren den Verkehr in Shorts, Flip-Flops und mit sonnenverbrannter Selbstsicherheit. Elefantenmuster-Hosen sind weiterhin beliebt, und Spaziergänge ohne Shirt enden oft nicht am Strand. Für viele Besucher steht der Komfort im tropischen Klima im Vordergrund. Doch wenn es um das soziale Leben geht – insbesondere darum, in Pattaya bei einer Frau Eindruck zu machen – sendet Kleidung klare Botschaften.



Die sogenannten Elefantenhosen sind längst zur inoffiziellen Uniform des Kurzzeiturlaubers geworden. Sie sind günstig, leicht und überall erhältlich. Für viele einheimische Frauen signalisieren sie jedoch unauffällig: „Tourist auf der Durchreise“. Der Look steht zwar für Entspannung, aber auch für fehlende Mühe. Niemand erwartet formelle Kleidung in einer Strandstadt, doch gerade außerhalb des Nachtlebens prägt das Erscheinungsbild den ersten Eindruck.

Shorts sind in Pattaya grundsätzlich akzeptiert, doch der Kontext ist entscheidend. Saubere, gut sitzende Shorts in Kombination mit einem schlichten Shirt sorgen selten für Irritationen. Problematisch wird es, wenn Shorts zu eng, zu kurz oder offensichtlich lieblos gewählt sind. In sozialen Situationen wird das äußere Erscheinungsbild weniger als Zeichen von Wohlstand, sondern vielmehr als Ausdruck von Selbstwahrnehmung und Respekt gelesen.

Am größten ist die Diskrepanz jedoch bei Touristen ohne Oberteil. Am Strand ist das völlig normal. Sobald dieser Look jedoch beim Überqueren der Beach Road, in Geschäften, Bars oder Restaurants auftaucht, sendet er häufig das falsche Signal. Für viele Einheimische wirkt es respektlos gegenüber gemeinsam genutzten öffentlichen Räumen. Wer einen positiven Eindruck hinterlassen möchte, kann so bereits vor dem ersten Gespräch auf stilles Desinteresse stoßen.

Viele ausländische Besucher gehen davon aus, dass in Pattaya alles erlaubt sei und nichts eine Rolle spiele. Doch auch wenn die Stadt entspannt ist, leben und arbeiten hier Menschen mit einem ganz normalen Alltag. Frauen achten auf Einsatz – nicht auf teure Marken, sondern auf einfache Zeichen dafür, dass jemand versteht, wo er sich befindet und wie man sich angemessen verhält.

 

In den Ausgehvierteln wirken die Regeln oft lockerer, und manchmal sind sie es auch. Dennoch entscheidet selbst dort häufig die Präsentation darüber, ob jemand wahrgenommen oder ignoriert wird. Elefantenhosen, nachlässige Outfits oder ein nackter Oberkörper ordnen Männer schnell einer Kategorie zu: kurzfristig, unseriös und kein lohnendes Investment an Zeit.

Letztlich geht es beim Versuch, in Pattaya Eindruck zu machen, nicht um Modetrends oder das Nachahmen von Influencern. Es geht um Haltung. Saubere Kleidung, ein Shirt in öffentlichen Bereichen und ein durchdachtes Auftreten wirken oft stärker als auffällige Muster oder fehlplatzierte Strandbekleidung.
In einer Stadt voller Besucher fällt man nicht durch Lautstärke auf, sondern manchmal einfach dadurch, dass man den Unterschied zwischen Strand und Straße kennt.