Thailand passt sich der Ölkrise an – Premier entschuldigt sich und ruft zum Sparen auf

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Anutin Charnvirakul bei einer nationalen Pressekonferenz in Bangkok – der Premier entschuldigt sich für die jüngsten Preisschwankungen und ruft Haushalte dazu auf, ihren täglichen Kraftstoffverbrauch zu senken, um die Wirtschaft in Zeiten globaler Energieunsicherheit zu stabilisieren.

PATTAYA, Thailand – Anutin Charnvirakul geht in die Offensive: Nach wochenlangen Turbulenzen bei den Kraftstoffpreisen hat sich der Premier öffentlich entschuldigt – und zugleich die Bevölkerung zu einem ungewöhnlich direkten Schritt aufgefordert: weniger verbrauchen.

Bei einer nationalen Lagebesprechung, rund einen Monat nach Beginn der globalen Spannungen im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt, räumte Anutin ein, dass die Regierung die Dauer der Energiekrise falsch eingeschätzt habe. Ursprünglich habe man versucht, die Preise für nur 15 Tage zu deckeln – in der Hoffnung auf eine kurzfristige Entspannung.

Doch die Realität entwickelte sich anders.

„Die Situation hat sich verändert und wird nicht schnell enden. Die Regierung muss sich anpassen“, erklärte er. Statt kurzfristiger Eingriffe setzt Bangkok nun auf ein langfristiges Krisenmanagement.

Trotz zwischenzeitlicher Engpässe an einzelnen Tankstellen gibt sich die Regierung nun zuversichtlich: Die Versorgung habe sich deutlich stabilisiert. Höhere Liefermengen und der Einsatz nationaler Reserven hätten die Lage entschärft. Zudem habe Thailand nach diplomatischen Gesprächen sichere Transportrouten für Öl durch die Straße von Hormus sichern können – ein entscheidender Schritt zur Beruhigung der Märkte.



Doch der Premier macht klar: Der Staat allein kann die Last nicht tragen.

Sein Appell ist konkret – und messbar. Jeder Haushalt solle den Verbrauch um nur einen Liter pro Tag senken. Hochgerechnet würde das den nationalen Verbrauch um rund 10 Millionen Liter täglich reduzieren und Einsparungen von bis zu 600 Millionen Baht pro Tag ermöglichen.

Dieses Geld, so Anutin, könnte direkt in Konjunkturprogramme fließen, darunter die geplante „Half-Half Plus“-Initiative zur Stärkung des Binnenkonsums.

Mit Blick auf das bevorstehende Songkran-Fest versucht die Regierung zudem, Sorgen zu zerstreuen: Die Kraftstoffversorgung sei landesweit gesichert, insbesondere entlang der Hauptverkehrsachsen.


Gleichzeitig betonte der Premier, dass besonders gefährdete Gruppen – darunter einkommensschwache Haushalte, Landwirte und Transportunternehmen – weiterhin im Fokus staatlicher Unterstützung stehen.

Die Botschaft aus Bangkok ist klar: Die Krise ist noch nicht vorbei – aber sie soll kontrollierbar bleiben. Und diesmal soll auch die Bevölkerung Teil der Lösung sein.