Thailand auf US-Währungsbeobachtungsliste, Baht und Aktien volatil

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Devisenhändler verfolgen Wechselkursbewegungen angesichts zunehmender Marktschwankungen. Analysten warnen vor starken Ausschlägen beim Baht und bei thailändischen Aktien nach Thailands Aufnahme in die US-Währungsbeobachtungsliste und im Vorfeld wichtiger Wirtschaftsdaten sowie der Wahl am 8. Februar.

PATTAYA, Thailand – Das Kasikorn Research Center geht davon aus, dass die Entscheidung der Vereinigten Staaten, Thailand auf ihre Beobachtungsliste für Währungspolitik zu setzen, kurzfristig nur geringe Auswirkungen auf den Baht haben wird. Dennoch rechnen Analysten in der kommenden Woche mit erhöhter Volatilität sowohl am Devisen- als auch am Aktienmarkt.

Laut dem Researchhaus beobachten Investoren derzeit genau mehrere Faktoren: die thailändischen Inflationsdaten, Kapitalbewegungen ausländischer Anleger, die Entwicklung der globalen Goldpreise, die Stärke des US-Dollars sowie die thailändische Parlamentswahl am 8. Februar. Für die nächste Woche wird erwartet, dass der Baht in einer Spanne von 31,00 bis 31,80 je US-Dollar handelt. An der Börse von Thailand (SET) dürfte es zu wechselnden Kauf- und Verkaufsphasen kommen, mit einer wichtigen Unterstützungsmarke bei 1.300 Punkten.



Der Baht hatte sich zu Beginn der vergangenen Woche im Einklang mit anderen asiatischen Währungen deutlich gestärkt. Unterstützt wurde dies durch rekordhohe Goldpreise und einen schwächeren US-Dollar im Vorfeld der Sitzung der US-Notenbank. Zeitweise fiel der Wechselkurs unter die Marke von 31,00 und erreichte mit 30,866 Baht je Dollar den stärksten Stand seit fast fünf Jahren.

Zur Wochenmitte gab die thailändische Währung jedoch wieder nach. Marktteilnehmer berücksichtigten mögliche offizielle Maßnahmen zur Begrenzung von Wechselkursschwankungen, während Goldpreise infolge von Gewinnmitnahmen zurückgingen. Zusätzlicher Druck entstand später durch eine verbesserte Stimmung gegenüber dem US-Dollar, nachdem die Federal Reserve die Leitzinsen bei 3,50–3,75 Prozent beließ und signalisierte, es bestehe keine Eile für Zinssenkungen.

Weitere Unterstützung erhielt der Dollar durch Aussagen der US-Finanzministerin zur Fortführung einer starken Dollarpolitik sowie durch Spekulationen über den nächsten Fed-Vorsitz, wobei Investoren insbesondere Kevin Warsh als möglichen Kandidaten ins Auge fassten.

Am 29. Januar veröffentlichte das US-Finanzministerium seinen Bericht zu den makroökonomischen und währungspolitischen Maßnahmen wichtiger Handelspartner und setzte Thailand gemeinsam mit Japan, China, Deutschland, Irland, Singapur, Südkorea, der Schweiz, Taiwan und Vietnam auf die Beobachtungsliste. Laut Kasikorn Research Center hatte die Ankündigung nur begrenzten Einfluss auf den Baht, der den inländischen Handel am Freitag bei 31,37 je Dollar schloss, verglichen mit 31,20 eine Woche zuvor.


Mit Blick auf die Woche vom 2. bis 6. Februar erwarten Analysten, dass sich die Märkte auf die thailändischen Inflationszahlen für Januar, ausländische Kapitalströme, Bewegungen asiatischer Währungen und die Entwicklung der Goldpreise konzentrieren. International stehen unter anderem US-PMI- und ISM-Indizes, Arbeitsmarktdaten, wöchentliche Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie Zinsentscheidungen der Bank of England und der Europäischen Zentralbank im Fokus. Auch PMI-Daten aus China, Japan, der Eurozone und dem Vereinigten Königreich werden genau verfolgt.

Am thailändischen Aktienmarkt kam es zu Beginn der vergangenen Woche zu leichten Rückgängen, ausgelöst durch geopolitische Spannungen und Sorgen vor einem möglichen erneuten Stillstand der US-Regierung. Anschließend erholte sich der SET-Index kräftig und erreichte mit 1.344,87 Punkten ein Drei-Monats-Hoch, getragen von ausländischen Käufen – insbesondere bei Technologiewerten, Energieaktien im Zuge steigender Ölpreise sowie Banktiteln nach vorherigen Abgaben.


Zum Wochenschluss schwächte sich die Stimmung jedoch wieder ab. Die zurückhaltende Haltung der US-Notenbank zu Zinssenkungen und Thailands Aufnahme in die US-Beobachtungsliste belasteten die Märkte. Der SET-Index schloss am Freitag bei 1.325,62 Punkten, ein Wochenplus von 0,85 Prozent, während der durchschnittliche Tagesumsatz um 14,33 Prozent auf 48,07 Milliarden Baht sank. Der mai-Index gab um 0,88 Prozent auf 209,29 Punkte nach.

Für die kommende Woche erwartet Kasikorn Securities Unterstützungen für den SET-Index bei 1.300 und 1.285 Punkten sowie Widerstände bei 1.345 und 1.355 Punkten. Anleger dürften dabei Inflationsdaten, Unternehmenszahlen, ausländische Kapitalbewegungen und wichtige globale Konjunkturindikatoren genau im Blick behalten. (TNA)