
PATTAYA, Thailand – Trotz wiederholter Versicherungen der Behörden, dass sexuelle Anwerbung entlang der Pattaya Beach Road beseitigt worden sei, ist die Einwanderungspolizei nur wenige Tage vor dem Jahreswechsel erneut gegen offen sichtbare Prostitution vorgegangen. Der jüngste Einsatz legt einmal mehr die Kluft zwischen offiziellen Verlautbarungen und der Realität vor Ort offen.
Die Einwanderungspolizei von Chonburi führte eine gezielte Operation gegen eine Gruppe durch, die von Beamten als sogenannte „Coconut Office“-Bande bezeichnet wird. Ihr wird vorgeworfen, in dem stark frequentierten Bereich nahe Soi 13–13/4 an der Pattaya Beach Road einen organisierten, straßenbasierten Sexhandel betrieben zu haben. Geleitet wurde der Einsatz von Pol. Lt. Col. Kawinwat Arayasuriwong, stellvertretender Superintendent der Einwanderungspolizei Chonburi, nach öffentlichen Beschwerden und viral verbreiteten Social-Media-Videos. Diese zeigten ausländische Frauen, die Touristen aggressiv ansprachen, an den Armen zogen und offen sexuelle Dienstleistungen anboten.
Zur Beweissicherung setzten die Behörden verdeckte Ermittler ein, darunter einen Beamten in Zivil, der sich als Tourist ausgab. Nachdem eindeutiges Anwerbeverhalten festgestellt worden war, griffen uniformierte Kräfte ein und nahmen acht ausländische Frauen fest. Unter den Festgenommenen befanden sich fünf Staatsangehörige Ugandas, eine Frau aus Madagaskar sowie zwei Frauen aus Usbekistan. Einige versuchten zu fliehen oder leisteten Widerstand, wurden jedoch rasch überwältigt.
Nach Angaben der Ermittler basierte der Einsatz auf Erkenntnissen aus der stark frequentierten Tourismussaison zum Jahresende. Mehrere der Frauen waren zwar legal nach Thailand eingereist, hatten jedoch anschließend gegen ihre Visabestimmungen verstoßen. Vier waren erst wenige Tage zuvor mit 60-tägigen Touristenvisa eingereist, die übrigen vier verfügten über Studentenvisa, die eine Erwerbstätigkeit ausdrücklich untersagen. Alle gaben an, Touristen sexuelle Dienstleistungen zu Preisen von rund 2.000 Baht pro Stunde angeboten zu haben.
Die Frauen wurden wegen öffentlicher Anbahnung der Prostitution in einer als ordnungsstörend eingestuften Weise angeklagt und jeweils mit einer Geldstrafe von 1.000 Baht belegt. Im Anschluss leiteten die Einwanderungsbehörden Verfahren zur Annullierung der Visa und zur Abschiebung ein.
Auch wenn die Festnahmen auf eine erneute Durchsetzung der Regeln hindeuten, unterstreicht der Vorfall eine wiederkehrende Widersprüchlichkeit in Pattayas langjähriger Imagekampagne. Trotz häufiger offizieller Erklärungen, die Beach Road sei frei von sexueller Anwerbung, kehren ähnliche Razzien an denselben Orten regelmäßig zurück – oft zeitlich abgestimmt auf Feiertage und Phasen erhöhter internationaler Aufmerksamkeit.
Kritiker bemängeln, dass solche Einsätze vor allem reaktiv und symbolisch seien und Zweifel daran bestehen, ob nachhaltige, langfristige Lösungen umgesetzt werden. Während Pattaya sich weiterhin als familienfreundliches und hochwertiges Reiseziel positionieren möchte, bleibt die sichtbare Straßenprostitution entlang der bekanntesten Strandpromenade der Stadt ein ungelöstes Problem – eines, das trotz gegenteiliger Versprechen mit bemerkenswerter Regelmäßigkeit erneut in Erscheinung tritt.









