Polizei zerschlägt mutmaßliches Netzwerk mit „falschen thailändischen Vätern“ für chinesische Kinder

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Die Polizei startet die Operation „Removing the Dragon Scales“, nachdem ein mutmaßliches Netzwerk aufgedeckt wurde, das chinesischen Kindern mithilfe falscher thailändischer Väter thailändische Staatsangehörigkeitsdokumente verschafft haben soll.

BANGKOK, Thailand – Die thailändische Polizei hat eine groß angelegte Razzia gegen ein mutmaßliches Netzwerk gestartet, das chinesischen Kindern mithilfe „falscher thailändischer Väter“ thailändische Geburts- und Staatsangehörigkeitsdokumente verschafft haben soll.

Die am 9. Juli durchgeführte Operation mit dem Codenamen „Removing the Dragon Scales“ wurde von Beamten der Metropolitan Police gemeinsam mit der Provinzverwaltungsbehörde durchgeführt. Ziel waren Personen, die verdächtigt werden, fingierte Geburtsregistrierungen organisiert zu haben, darunter thailändische Staatsangehörige, die als „Scheinväter“ auftraten, eine Krankenhausmitarbeiterin sowie eine Angestellte eines Bezirksamtes.



Festgenommen wurde unter anderem eine Mitarbeiterin der Krankenaktenabteilung eines privaten Krankenhauses im Bangkoker Stadtteil Thonburi. Nach Angaben der Ermittler soll sie als Vermittlerin für das Netzwerk fungiert haben. Sie habe chinesischen Kundinnen die Entbindung in dem Krankenhaus organisiert und die erforderlichen Dokumente koordiniert.

Nach Angaben der Polizei verlangte das Netzwerk für das Gesamtpaket rund 70.000 Baht pro Fall. Die festgenommene Krankenhausmitarbeiterin soll davon etwa 20.000 Baht als Vermittlungsgebühr erhalten haben. Die mutmaßlichen Aktivitäten sollen über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren stattgefunden haben.

Bei der Überprüfung der Krankenhausunterlagen stießen die Ermittler auf 164 Geburtsfälle chinesischer Kinder, bei denen in den vergangenen fünf Jahren thailändische Männer als Väter eingetragen wurden. Nach Angaben der Polizei fanden sich in den Schwangerschaftsakten jedoch keine Hinweise auf eine Beteiligung dieser Männer vor der Geburt. In mehreren Fällen seien die angeblichen Väter erst im Zuge der Geburtsregistrierung aufgetaucht.


Zudem wurde eine Mitarbeiterin eines Bezirksamtes festgenommen. Ihr wird vorgeworfen, Anerkennungen der Vaterschaft registriert und Geburtsurkunden für chinesische Kinder ausgestellt zu haben.

Die Verdächtigen wurden zur weiteren Befragung in die Metropolitan Police Division 8 gebracht. Gleichzeitig weiten die Ermittler ihre Untersuchungen aus und bereiten Durchsuchungsbeschlüsse für Wohnungen von Eltern vor, die mit dem mutmaßlichen Netzwerk in Verbindung stehen sollen.

Nach Angaben der Polizei umfassen die Vorwürfe Amtsmissbrauch, Pflichtverletzung sowie weitere Straftaten. Weitere Anklagen sollen nach Abschluss der Beweisaufnahme folgen.