Bangkoker Safe Houses dienten als Drehscheibe für Heroinsendungen nach Australien und Taiwan

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Behörden stellen fast zehn Kilogramm Heroin sicher, das in Kleidung und Kaffeeverpackungen versteckt war, und entlarven Bangkok als wichtige Drehscheibe eines mit dem Goldenen Dreieck verbundenen Schmuggelnetzwerks mit Ziel Australien und Taiwan.

PATTAYA, Thailand – Das thailändische Amt zur Drogenbekämpfung (ONCB) hat seine Ermittlungen gegen ein internationales Heroinschmuggelnetzwerk ausgeweitet und dabei fast zehn Kilogramm weiteres Heroin sichergestellt, das in Kleidung, Kaffeepackungen und traditionellen thailändischen Textilien versteckt war. Die Sendungen waren nach Angaben der Behörden für Australien und Taiwan bestimmt.

ONCB-Generalsekretär Pol. Maj. Col. Suriya Singhakamon erklärte, dass Ermittler koordinierte Razzien an mehreren Orten in Bangkok durchführten, darunter ein Wohnheim im Bezirk Ratchathewi sowie ein weiteres Objekt im Stadtteil Ramkhamhaeng. Die Einsätze basierten auf Erkenntnissen aus den laufenden Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Fall einer thailändischen Flugbegleiterin, die in Australien festgenommen worden war.



Im Wohnheim in Ratchathewi entdeckten die Ermittler Heroin, das in Kaffeeverpackungen und Winterjacken versteckt worden war. Die Drogen waren in Stoff eingenäht und sorgfältig zwischen mehreren Kleidungsschichten verborgen. Nach Angaben der Behörden sollte die Sendung nach Australien exportiert werden.

Bei einer weiteren Durchsuchung in Ramkhamhaeng fanden die Beamten Heroin, das in rosafarbener traditioneller thailändischer Kleidung versteckt war. Diese Lieferung war nach bisherigen Erkenntnissen für Taiwan bestimmt. Die aufwendigen Versteckmethoden deuteten auf eine professionell organisierte Schmuggelorganisation hin, die handelsübliche Verpackungstechniken nutzte, um Kontrollen an Flughäfen zu umgehen.

Nach Einschätzung der Behörden dient Thailand als wichtiger Transit- und Umschlagplatz. Das Heroin stammt demnach aus der Region des Goldenen Dreiecks, gelangt über Laos in den Nordosten Thailands und wird anschließend in sogenannten Safe Houses in Bangkok zwischengelagert und neu verpackt. Von dort übernehmen koordinierte Kuriernetzwerke den Weitertransport. Dazu gehören nach Angaben der Ermittler auch Personen, die unter dem Vorwand einer Gepäck-Mitnahme oder eines „Weight Sharing“-Systems für Flugreisende angeworben werden.

Nach Angaben der Ermittler nutzte das Schmuggelnetzwerk Flugreisende als Kuriere und tarnte Heroinsendungen in Textilien und Lebensmitteln, um die grenzüberschreitende Ausfuhr zu verschleiern.

Die Ermittler erklärten, dass das Schmuggelnetzwerk in drei Phasen arbeite: dem grenzüberschreitenden Transport aus den Produktionsgebieten, der Zwischenlagerung und Neuverpackung in Thailand sowie dem anschließenden Export durch Kuriere, die in die Zielländer reisen.

Die Behörden bestätigten außerdem, dass eine thailändische Staatsbürgerin, die lediglich unter dem Namen „Dear“ bekannt ist, mit dem Empfangsnetzwerk der für Australien bestimmten Lieferungen in Verbindung gebracht wird. Ihre genaue Rolle werde jedoch noch untersucht.



Das ONCB geht davon aus, dass Angehörige verschiedener Berufsgruppen – darunter Flugbegleiter, Studierende und Reisegruppen – von der Organisation angeworben worden sein könnten, ohne den kriminellen Hintergrund vollständig zu erkennen. Personen, die vermuten, Pakete für Dritte transportiert zu haben, wurden aufgefordert, sich freiwillig bei der Polizei zu melden. Eine freiwillige Offenlegung werde nicht strafrechtlich verfolgt.

Gleichzeitig warnten die Behörden, dass jeder, der nach diesem Zeitpunkt wissentlich an den Aktivitäten beteiligt sei, als Mitglied des Schmuggelnetzwerks behandelt werde.

Suriya erklärte weiter, dass die Täter neben Kleidung und Gepäck inzwischen auch ungewöhnliche Verstecke wie Instantnudeln, dekorative Vasen und Kaffeebehälter nutzen. Dies verdeutliche die zunehmende Raffinesse der Schmuggelmethoden.


Die Ermittler fahnden derzeit nach einem Mann mit schwarzer Kapuzenjacke, der in einer früheren Phase der Ermittlungen dabei gefilmt wurde, wie er eines der Heroinpakete an eine Mitarbeiterin einer Fluggesellschaft übergab. Er soll einen kleinen Toyota-Pkw benutzt haben und befindet sich weiterhin auf der Flucht.

Nach Angaben der Behörden steht das Netzwerk weiterhin unter intensiver Beobachtung. Weitere Festnahmen werden erwartet, während die Ermittler die verbliebenen grenzüberschreitenden Logistikstrukturen zerschlagen wollen, die das Goldene Dreieck mit Zielmärkten wie Australien, Neuseeland und Taiwan verbinden.