Steigende Kraftstoff- und Lebensmittelpreise treiben Thailands Inflation auf 2,79 Prozent

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Höhere Kraftstoffkosten, steigende Transporttarife, teurere Fertiggerichte und höhere Gemüsepreise ließen die Inflation in Thailand im Mai den zweiten Monat in Folge ansteigen.

PATTAYA, Thailand – Die Verbraucherpreise in Thailand sind im Mai 2026 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,79 Prozent gestiegen. Damit beschleunigte sich die Inflation bereits den zweiten Monat in Folge. Hauptursachen waren höhere Kraftstoffkosten, steigende Transporttarife sowie teurere Lebensmittel, die die Lebenshaltungskosten weiter erhöhten, teilte das Handelsministerium mit.

Nach Angaben von Nunthapong Jiralertpong, Direktor des Büros für Handels- und Strategiepolitik (TPSO), erreichte der Verbraucherpreisindex (VPI) im Mai einen Stand von 103,20 Punkten. Ausschlaggebend für die Preisentwicklung waren vor allem die hohen inländischen Kraftstoffpreise, die aufgrund anhaltender geopolitischer Spannungen im Nahen Osten, Unsicherheiten bei wichtigen Schifffahrtsrouten und langwieriger Friedensverhandlungen auf erhöhtem Niveau blieben.



Die gestiegenen Kraftstoffpreise führten auch zu höheren Transportkosten. Preissteigerungen wurden unter anderem bei Schülertransporten, klimatisierten Linienbussen, Kleinbussen, Motorradtaxis und Inlandsflügen verzeichnet. Gleichzeitig verteuerten sich zahlreiche zubereitete Speisen, da Gastronomiebetriebe und Händler höhere Betriebskosten an die Verbraucher weitergaben. Beliebte Gerichte wie Pad Krapao, Currygerichte und Nudelgerichte wurden spürbar teurer.

Auch die Preise für frisches Gemüse lagen über dem Niveau des Vorjahres. Dies ist teilweise darauf zurückzuführen, dass die Preise im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres ungewöhnlich niedrig waren. Besonders starke Anstiege wurden bei langen Bohnen, Gurken, frischen Chilis, Frühlingszwiebeln, Bittermelonen und Pilzen registriert.

Die Kategorie der Nicht-Lebensmittel und Getränke stieg um 4,0 Prozent. Treibende Faktoren waren Diesel, Benzin und Gasohol. Weitere Preissteigerungen betrafen Wohnungsmieten, Müllabfuhrgebühren, Haushaltsreinigungsmittel und Bildungsausgaben.


Gleichzeitig gingen die Preise einiger Produkte zurück, darunter Strom, Hotelübernachtungen, Bekleidung und verschiedene Körperpflegeartikel. Die Kategorie Lebensmittel und alkoholfreie Getränke verzeichnete einen Anstieg von 0,95 Prozent. Teurer wurden unter anderem Fertiggerichte, Reis, frisches Hühnerfleisch, Meeresfrüchte sowie Getränke wie abgefülltes Wasser und Kaffee. Rückläufig waren dagegen die Preise für Schweinefleisch, Klebreis und verschiedene Saisonfrüchte wie Durian, Mangostan, Rambutan und Mangos.

Regional betrachtet verzeichnete Südthailand mit 3,51 Prozent die höchste Inflationsrate. Es folgten die Zentralregion mit 2,98 Prozent, Bangkok und die umliegenden Provinzen mit 2,64 Prozent, der Nordosten mit 2,54 Prozent sowie Nordthailand mit 2,42 Prozent.

Die Kerninflation, bei der frische Lebensmittel und Energiepreise ausgeklammert werden, stieg im Mai auf 0,92 Prozent gegenüber 0,83 Prozent im April. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 lag die durchschnittliche Kerninflation bei 0,70 Prozent, während die Gesamtinflation durchschnittlich 0,82 Prozent betrug.



Für die kommenden Monate erwartet das Handelsministerium weiterhin positive Inflationsraten. Anhaltender Druck durch Kraftstoffpreise, Transportkosten, zubereitete Speisen und frisches Gemüse dürfte die Teuerung auf erhöhtem Niveau halten. Entlastend könnten jedoch niedrigere Stromtarife und ein ausreichendes Angebot an Fleischprodukten wirken.

Die Regierungsinitiative „Thai Help Thai Plus 60/40“ werde nach Einschätzung der Behörden nur begrenzte Auswirkungen auf die Inflation haben, da viele Preise bereits vor Einführung des Programms gestiegen seien. Trotz der anhaltenden Preissteigerungen sehen die Verantwortlichen derzeit keine Anzeichen einer Stagflation. Exporte, Beschäftigung und Investitionen entwickelten sich weiterhin positiv. Für das Gesamtjahr hält das Ministerium an seiner Inflationsprognose von 1,5 bis 2,5 Prozent fest, mit einem Zielwert von 2,0 Prozent.