Thailand beschleunigt Verhandlungen über Handelsabkommen mit den USA angesichts drohender neuer Zölle

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Thailand bemüht sich um den raschen Abschluss eines gegenseitigen Handelsabkommens mit den USA, um mögliche zusätzliche Zölle zu reduzieren und wichtige Exportbranchen zu schützen.

PATTAYA, Thailand – Thailand intensiviert seine Bemühungen, noch vor Ende Juni ein gegenseitiges Handelsabkommen mit den Vereinigten Staaten abzuschließen. Hintergrund ist die Einstufung des Landes durch den US-Handelsbeauftragten (USTR) als eines von mehreren Ländern, die im Rahmen einer laufenden Untersuchung nach Abschnitt 301 mit einem vorgeschlagenen Zollsatz von 12,5 Prozent belegt werden könnten.



Nach Angaben von Vizepremierministerin und Handelsministerin Suphajee Suthumpun teilte der USTR mehr als 60 Handelspartner in zwei Gruppen ein. Thailand gehört zu den 46 Ländern, für die der höhere Zollsatz von 12,5 Prozent vorgesehen ist. Als Gründe werden das Fehlen eines Abkommens über gegenseitigen Handel (Agreement on Reciprocal Trade – ART) mit den USA sowie unzureichende Maßnahmen im Zusammenhang mit Importen genannt, die Bedenken hinsichtlich Zwangsarbeit betreffen.

Eine zweite Gruppe von 14 Ländern unterliegt einem niedrigeren Zollsatz von 10 Prozent, nachdem entsprechende Handelsvereinbarungen oder Importbeschränkungen umgesetzt wurden. Die thailändische Regierung geht davon aus, dass ein erfolgreicher Abschluss der ART-Verhandlungen die Zollbelastung auf 10 Prozent senken könnte.


Verhandlungen in der Schlussphase
Das Handelsministerium erklärte, dass derzeit noch rund 25 offene Punkte zwischen verschiedenen Behörden verhandelt werden. Thailändische Handelsvertreter wurden für intensive Gespräche nach Washington entsandt. US-Behörden sollen Thailand als einen ihrer vorrangigen Verhandlungspartner eingestuft haben.

Gleichzeitig bemüht sich Bangkok darum, die Liste der Produkte auszuweiten, die von möglichen Zusatzzöllen ausgenommen werden.



Tausende Exportprodukte betroffen
Die wirtschaftlichen Auswirkungen könnten erheblich sein. Thailand exportiert derzeit mehr als 10.000 Produktkategorien in die Vereinigten Staaten. Zwar würden 1.655 Produkte gemäß Anhang A weiterhin von zusätzlichen Zöllen ausgenommen bleiben, darunter Laptops, Smartphones, integrierte Schaltkreise, Naturkautschukprodukte, Tapiokastärke, Durian, verarbeitete Ananas, Kokosnussprodukte, Komponenten der Zivilluftfahrt sowie Edelmetalle.

Mehr als 8.000 weitere Produktkategorien könnten jedoch mit höheren Zöllen belastet werden, falls die Verhandlungen scheitern. Wirtschaftsverbände verfolgen die Entwicklungen aufmerksam, da die USA weiterhin zu den wichtigsten Exportmärkten Thailands zählen.


Neue Sorgen wegen Vorwürfen über Überkapazitäten
Zusätzlich wartet Thailand auf eine separate Entscheidung der US-Behörden über mutmaßliche Überkapazitäten in den Branchen Elektronik, Kautschuk und Maschinenbau. Die Ergebnisse werden noch in diesem Monat erwartet.

Thailändische Beamte weisen die US-Angaben zurück und verweisen auf nationale Daten, die Fabrikauslastungen zwischen 70 und 95 Prozent ausweisen – deutlich höher als die von amerikanischen Ermittlern genannten 60 Prozent. Dennoch räumt die Regierung ein, dass es keine Garantie dafür gibt, dass Washington diese Argumente akzeptieren wird.



Fristen im Juli rücken näher
Die Vereinigten Staaten haben Thailand bis zum 22. Juni Zeit eingeräumt, offiziell am Konsultationsverfahren teilzunehmen. Schriftliche Stellungnahmen müssen bis zum 6. Juli eingereicht werden. Öffentliche Anhörungen beginnen am 7. Juli, während letzte Gegendarstellungen bis zum 12. Juli eingereicht werden können.

Mit einer endgültigen Entscheidung über mögliche Zölle wird vor dem 24. Juli gerechnet. Nach Ansicht der thailändischen Regierung bleibt der rechtzeitige Abschluss eines gegenseitigen Handelsabkommens die beste Möglichkeit, zusätzliche Zölle zu vermeiden und die Exportwirtschaft vor weiteren Handelsbelastungen zu schützen.