
BANGKOK, Thailand – Das Trade Policy and Strategy Office (TPSO) unter dem Handelsministerium berichtete, dass die Europäische Union ihr weltweites Netzwerk von Freihandelsabkommen (FTA) rasch ausbaut, um wirtschaftliche Risiken zu reduzieren. Diese Entwicklung eröffnet Thailand strategische Chancen zur Anziehung ausländischer Direktinvestitionen und zur Erweiterung seiner Exportmärkte. Das Ministerium strebt an, die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen zwischen Thailand und der Europäischen Union bis Ende 2026 abzuschließen.
TPSO-Direktor Nantapong Chiralerspong erklärte, dass die Europäische Union im ersten Quartal 2026 drei bedeutende FTA-Verhandlungen mit insgesamt sechs Staaten abgeschlossen habe: dem Mercosur-Bündnis mit Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay sowie Indien und Australien.
Diese Entwicklungen zeigen laut TPSO die Entschlossenheit der EU, ihre Lieferketten angesichts wachsender geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten zu diversifizieren. Dadurch könne sich Thailand als hochwertiger Produktionsstandort für Zukunftsbranchen wie moderne Automobilteile, Elektronik und verarbeitete Lebensmittel positionieren.
Thailand steht jedoch im intensiven Wettbewerb mit Nachbarländern wie Vietnam und Singapur, die bereits aktive Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union besitzen und von bevorzugten Zolltarifen profitieren.
Zudem stellen strengere Umweltauflagen der EU thailändische Unternehmen vor neue Herausforderungen und zwingen sie dazu, ihre Produktionsstandards zu modernisieren. Als Reaktion beschleunigt das Handelsministerium bilaterale Verhandlungen und entwickelt Unterstützungsprogramme für Lieferketten und Logistik speziell für kleine und mittlere Unternehmen.
Während der achten Verhandlungsrunde zum Thailand-EU-FTA im vergangenen Februar in Chiang Mai konnten beide Seiten drei weitere Kapitel abschließen. Damit wurden insgesamt elf der 24 Kapitel finalisiert.
Die nächste Verhandlungsrunde ist für Juni 2026 in Brussels geplant. Beide Delegationen arbeiten weiterhin daran, die gesetzte Frist bis Ende 2026 einzuhalten.
Die Europäische Union bleibt Thailands viertgrößter Handelspartner. Im ersten Quartal 2026 erreichte das bilaterale Handelsvolumen 12,223 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 13,55 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Die thailändischen Exporte stiegen um 20,14 Prozent auf 7,671 Milliarden US-Dollar, während die Importe um 3,93 Prozent auf 4,551 Milliarden US-Dollar zunahmen. Daraus ergab sich ein Handelsüberschuss von 3,120 Milliarden US-Dollar.
Der TPSO-Direktor betonte, dass die Europäische Union mit rund 450 Millionen Einwohnern einen wohlhabenden Verbrauchermarkt darstelle. Die Ratifizierung des Freihandelsabkommens würde Importzölle abschaffen oder deutlich senken, die Wettbewerbsfähigkeit thailändischer Produkte stärken, Arbeitsplätze schaffen und das langfristige Wirtschaftswachstum des Landes fördern. (NNT)













