Thai Oil warnt vor möglichen Verlusten nach gewaltigem Gewinnsprung durch Lagerbestände

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Thai Oil erzielte im ersten Quartal einen enormen Gewinn durch stark gestiegene Ölbestandswerte, doch die Unternehmensführung warnt, dass sinkende Raffineriemargen und fallende Ölpreise das Unternehmen später in diesem Jahr in die Verlustzone drücken könnten.

PATTAYA, Thailand – Thai Oil meldete für das erste Quartal 2026 einen enormen Gewinn von 19,48 Milliarden Baht, der vor allem durch stark gestiegene Gewinne aus Ölbeständen während der Hochphase der Versorgungsängste im Nahen Osten angetrieben wurde. Gleichzeitig warnt das Unternehmen nun davor, dass fallende Ölpreise und sinkende Raffineriemargen in den kommenden Quartalen erhebliche Verluste verursachen könnten.

Thai Oil erklärte, dass nahezu 85 Prozent des Gewinns im ersten Quartal aus Lagerbestandsgewinnen infolge höherer Rohölpreise stammten, während das eigentliche Raffineriegeschäft deutlich geringere operative Gewinne erzielte. Unternehmensvertreter warnten, dass sich diese vorübergehenden Gewinne rasch umkehren könnten, falls die Ölpreise mit nachlassenden geopolitischen Spannungen weiter sinken.


Das Unternehmen teilte mit, die Raffinerie während der Hochphase der Nahostkrise und der Sorgen um mögliche Störungen in der Straße von Hormus mit mehr als normaler Kapazität betrieben zu haben. Die Auslastung lag bei 113 Prozent beziehungsweise rund 300.000 Barrel pro Tag, um die Energieversorgung Thailands zu sichern.

Da Thailand weiterhin Beschränkungen für Kraftstoffexporte aufrechterhält, seien die Lagerbestände raffinierter Produkte inzwischen stark angestiegen. Dadurch sei Thai Oil gezwungen gewesen, Lagertanks des Clean Fuel Project zur Speicherung überschüssigen Flugkraftstoffs zu nutzen. Das Unternehmen warnte, dass die Raffinerieproduktion möglicherweise reduziert werden müsse, falls die Bestände weiter zunehmen.

Die Unternehmensführung äußerte zudem Besorgnis über die rapide verschlechternden Raffineriemargen. Die Bruttoraffineriemarge könnte von 7,6 Baht pro Liter im ersten Quartal auf etwa 2,6 Baht im zweiten Quartal sinken und im dritten Quartal sogar auf minus 2,3 Baht pro Liter fallen.

 

Zusätzlich warnte Thai Oil vor wachsendem Liquiditätsdruck nach umfangreichen Vorauszahlungen für Rohölkäufe während der Phase extremer Ölpreisschwankungen. Das Unternehmen schätzt, dass der erhöhte Bedarf an Betriebskapital, staatliche Dieselpreisbegrenzungen und verzögerte Ausgleichszahlungen die Liquidität um etwa 31 Milliarden Baht belastet haben.

Der Raffineriekonzern fordert die Behörden nun auf, die Beschränkungen für Exporte von Flugkraftstoff und Diesel zu lockern, um die steigenden inländischen Kraftstoffbestände abzubauen. Gleichzeitig verlangt das Unternehmen ein Ende der Maßnahmen zur Preisunterdrückung im Raffineriesektor, die Anfang dieses Jahres eingeführt wurden.