Türkischer Ingenieur nach tödlichem Gebäudeeinsturz bei Erdbeben in Pattaya festgenommen

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Beamte der Einwanderungspolizei in Pattaya eskortieren einen 76-jährigen türkischen Verdächtigen, der per INTERPOL-Red-Notice gesucht wird, wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an einem tödlichen Gebäudeeinsturz nach einem Erdbeben in der Türkei.

PATTAYA, Thailand – Beamte der Einwanderungspolizei in Pattaya haben einen 76-jährigen türkischen Ingenieur festgenommen, der aufgrund eines internationalen Haftbefehls im Zusammenhang mit einem tödlichen Gebäudeeinsturz nach einem schweren Erdbeben in der Türkei gesucht wurde.

Gegen 17:00 Uhr am 22. April durchsuchten Einsatzkräfte der Einwanderungsbehörde der Provinz Chonburi (Einheit Pattaya) ein Hotel in der Stadt, nachdem Hinweise eingegangen waren, dass sich dort ein ausländischer Flüchtiger aufhalte.



Der Verdächtige, identifiziert als Abdullah, türkischer Staatsbürger, wurde vor Ort festgenommen und an die Einwanderungsbehörde von Chonburi überstellt. Gleichzeitig wurde seine Aufenthaltserlaubnis in Thailand widerrufen und ein rechtliches Inhaftierungsverfahren eingeleitet.

Nach Angaben der Behörden liegt gegen den Mann eine sogenannte Red Notice der INTERPOL vor. Er wird im Zusammenhang mit dem Einsturz eines Gebäudes in der Provinz Adana gesucht, der sich am 6. Februar 2023 infolge eines schweren Erdbebens der Stärke 7,7 ereignete. Die Katastrophe verursachte massive Zerstörungen und forderte zahlreiche Verletzte und Todesopfer.

Ermittler werfen dem Ingenieur vor, die Bauarbeiten des eingestürzten Gebäudes überwacht zu haben. Nachträgliche Untersuchungen hätten ergeben, dass verwendete Baumaterialien nicht den gesetzlichen Sicherheitsstandards entsprachen. Dies führte zu strafrechtlichen Vorwürfen und einem Haftbefehl in der Türkei.

Thailändische Behörden erklärten, der Verdächtige falle unter die Kategorie verbotener Personen gemäß Abschnitt 12(7) des thailändischen Einwanderungsgesetzes B.E. 2522. Er wurde zur weiteren rechtlichen Bearbeitung an die Ermittler der Polizeistation Nongprue übergeben.

Die Festnahme unterstreicht die enge Zusammenarbeit zwischen thailändischen Behörden und internationalen Strafverfolgungsorganisationen bei der Fahndung nach flüchtigen Straftätern.