Gewaltverbot für Sicherheitskräfte auf Pattayas Walking Street – Maßnahmen nach wachsender Kritik an Übergriffen

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Behörden und Betreiber des Nachtlebens treffen sich in der Walking Street Pattaya, um strengere Sicherheitsregeln umzusetzen – darunter ein klares Gewaltverbot für Sicherheitskräfte und neue Maßnahmen zur Deeskalation, um das Vertrauen der Touristen wiederherzustellen.

PATTAYA, Thailand – Touristenpolizei, lokale Behörden und Betreiber von Unterhaltungslokalen haben am 7. April ein hochrangiges Treffen abgehalten, um die Sicherheitsmaßnahmen in der Walking Street Pattaya zu verschärfen. Hintergrund sind zunehmende Online-Kritik und Vorwürfe über gewaltsames Verhalten von Sicherheitskräften gegenüber Touristen, die das Image der Stadt belasten.

Das Treffen fand im The Stone House Pattaya statt und wurde von Milin Pianchang, Superintendent der Tourist Police Division 2, Sub-Division 1, geleitet. Anwesend waren zudem hochrangige Vertreter der Touristenpolizei, der Einwanderungsbehörde Chonburi, lokale Verwaltungsbeamte aus Banglamung sowie Vertreter der Unterhaltungsbranche.

Die Behörden überprüften aktuelle Vorfälle aus dem Zeitraum Dezember 2025 bis März 2026 und stellten fest, dass die meisten touristenbezogenen Fälle körperliche Auseinandersetzungen betrafen, mit einem deutlichen Anstieg im März.

Die Polizei stellte klar, dass Sicherheitskräfte strikte emotionale Kontrolle wahren müssen und unter keinen Umständen Gewalt anwenden dürfen – auch nicht bei Streitigkeiten wie Zahlungsproblemen. Behörden warnten, dass gewalttätige Vorfälle, die in sozialen Medien erscheinen, sofort untersucht werden und sowohl Einzelpersonen als auch betroffene Betriebe zur Verantwortung gezogen werden.

Als neue Maßnahme wurde vorgeschlagen, in den Lokalen spezielle „Deeskalationsverantwortliche“ einzusetzen. Diese geschulten Mitarbeiter sollen Konflikte beruhigen, Gruppendynamiken verhindern und Eskalationen frühzeitig stoppen. Zudem wurde ein sogenanntes „Game-Break“-Konzept vorgestellt, das ein sofortiges Eingreifen bei steigender Spannung vorsieht – vergleichbar mit einer Unterbrechung im Sport.


Darüber hinaus planen die Behörden strukturierte Schulungen zu angemessenen „Use of Force“-Prinzipien, unterstützt durch speziell geschulte Beamte aus dem Bereich der Flughafensicherheit, mit Fokus auf gewaltfreie Konfliktlösung.

Sirivat Katchamat betonte, dass Sicherheitskräfte als „Verhinderer von Vorfällen und nicht als Beteiligte“ agieren müssen. Dazu gehöre die klare Trennung von Konfliktparteien sowie die sofortige Einbindung der Polizei bei eskalierenden Situationen.

Die Polizei bestätigte zudem eine verstärkte Überwachung von Risikogruppen sowie eine 24-Stunden-Einsatzbereitschaft von lokalen Polizeikräften, Touristenpolizei und Verwaltungsbeamten, um die Sicherheit im Gebiet zu gewährleisten.