Pattaya-Besucher stellen offizielle Touristenzahlen infrage – Skepsis gegenüber „Quality Tourism“-Strategie

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Barszene am Nachmittag entlang der Pattaya Beach Road, wo die Aktivität trotz offizieller Berichte über steigende Besucherzahlen und „Quality Tourism“-Ambitionen uneinheitlich bleibt. (Foto von Jetsada Homklin)

PATTAYA, Thailand – Während Thailand eine erneute Erholung des Tourismus bewirbt und seine Strategie des „Quality Tourism“ vorantreibt, sagen viele ausländische Touristen und Langzeitbesucher in Pattaya, dass das Bild vor Ort nicht vollständig mit den offiziellen Darstellungen übereinstimmt.

Das Ministry of Tourism and Sports verwies kürzlich auf landesweit rund 130.000 ausländische Ankünfte pro Tag und sprach von wachsendem Vertrauen, verbesserten Sicherheitsstandards und gezieltem Marketing. Behörden sehen insbesondere in Schlüsselmärkten wie China Anzeichen einer Erholung. Gleichzeitig soll die Politik stärker auf höherwertigen Tourismus ausgerichtet werden, um die Abhängigkeit von reinen Besucherzahlen zu verringern.

Viele Expats, Geschäftsinhaber und Stammgäste in Pattaya zeigen sich jedoch skeptisch, wie sich diese Zahlen lokal widerspiegeln.



„Wir sind jeden Tag hier“

Ausländische Einwohner argumentieren, dass Statistiken allein die tatsächliche Aktivität in Pattayas touristischen Kernzonen nicht widerspiegeln. Zwar wirkten Verkehrsknotenpunkte wie der Suvarnabhumi Airport zu Stoßzeiten belebt, doch große Teile Pattayas fühlten sich spürbar ruhiger an als in früheren Jahren – selbst während der eigentlich starken Saison.

Mehrere Langzeitbesucher verweisen auf teils leere Bars in Straßen wie Soi LK Metro, Soi 7 und angrenzenden Ausgehvierteln. Die Besucherströme konzentrierten sich eher auf bestimmte Zeiten oder Orte, statt sich über die Stadt zu verteilen. „Wenn wirklich 130.000 Touristen täglich durch Pattaya strömen würden, würde man sich nicht fragen, warum Strände und Entertainmentzonen halb leer wirken“, meinte ein Bewohner.

Andere beobachten, dass viele Reisegruppen per Bus ankommen, feste Programme schnell abarbeiten und wieder abreisen, ohne nennenswerte lokale Ausgaben zu hinterlassen – ein Muster, das laut Kritikern kleinen Betrieben wenig helfe.


Zweifel trotz offizieller Erholungssignale

Zusätzliche Skepsis entstand durch offizielle Daten, wonach die ausländischen Ankünfte im Januar 2026 etwa 18 Prozent unter dem Niveau von Januar 2025 lagen. Für viele Beobachter vor Ort fühlt sich bereits der Februar eher wie Nebensaison als Hochsaison an.

„Wer hier lebt, sieht den Unterschied von Jahr zu Jahr“, sagte ein weiterer Langzeitbesucher. „Man braucht keine Tabellen, um sinkende Besucherzahlen zu bemerken.“


„Quality Tourism“ sorgt für gemischte Reaktionen

Auch der Vorstoß der Regierung in Richtung „Quality Tourism“ – mit Fokus auf höhere Ausgaben, Nachhaltigkeit und bessere Einkommensverteilung – stößt auf gemischte Reaktionen. Viele stimmen dem Konzept grundsätzlich zu, halten den Begriff im Kontext Pattayas jedoch für zu vage.

Ausländische Besucher fragen, wie die Strategie mit ungelösten Problemen wie aggressiver Straßenansprache, Verkehrssicherheitsbedenken, uneinheitlicher Rechtsdurchsetzung und Überfüllung in bestimmten Nachtlebenzonen vereinbar sei. „Man kann nicht von Qualität sprechen, wenn sich Besucher auf manchen Straßen bedrängt oder unsicher fühlen“, sagte ein Tourist.

Andere argumentieren, Pattayas langjähriges Image begrenze weiterhin die Attraktivität für Familien und Premiumreisende – unabhängig von Marketingkampagnen. Solange strukturelle Probleme nicht angegangen würden, könnten Rebranding-Bemühungen von der Realität abgekoppelt wirken.

Vertrauen wird vor Ort gemessen

Offizielle Stellen betonen, steigende nationale Ankunftszahlen signalisierten erneutes Vertrauen in Thailand als Reiseziel und eine vollständige Erholung brauche Zeit. Doch in Pattaya – oft als Gradmesser für die touristische Gesundheit des Landes gesehen – werde das Vertrauen weniger an Pressemitteilungen als an täglichen Beobachtungen gemessen.

Für viele ausländische Touristen und Expats geht es nicht darum, ob Besucher zurückkehren, sondern ob die Erholung so breit, tief und nachhaltig ist wie dargestellt. Wie es ein Langzeitbewohner formulierte: „Wir vor Ort kennen den Unterschied zwischen echtem Momentum und Zahlen, die nur auf dem Papier gut aussehen.“

Ob Pattaya diese Lücke zwischen offiziellem Optimismus und gelebter Realität schließen kann, dürfte letztlich entscheiden, ob die „Quality Tourism“-Strategie Glaubwürdigkeit gewinnt – oder weiterhin auf Zweifel bei jenen stößt, die die Stadt am besten kennen.