Wird ein Stopp bei Waffenscheinen Pattayas ausländische Touristen schützen – oder nur auf dem Papier Stärke zeigen?

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Fußgänger, überwiegend ausländische Touristen, bewegen sich durch Pattayas Nachtmärkte und angrenzende Ausgehviertel, während die Regierung strengere Waffenkontrollen ankündigt – ein Hinweis auf die Lücke zwischen nationalen politischen Entscheidungen und der Durchsetzung auf Straßenebene in Bereichen, in denen Besucher besonders anfällig für Gewalt sind. (Foto von Jetsada Homklin)

PATTAYA, Thailand – Die landesweite einjährige Aussetzung neuer Waffentragegenehmigungen, angeordnet von Anutin Charnvirakul, wird als entschlossene Maßnahme zur Wiederherstellung des öffentlichen Vertrauens nach einer Reihe von Schusswaffen-Vorfällen dargestellt. Auf dem Papier wirkt die Politik entschieden. Auf den Straßen von Pattaya dürfte ihre tatsächliche Wirkung jedoch begrenzt bleiben.

Die Aussetzung entfernt keine bereits im Umlauf befindlichen Waffen und betrifft auch bestehende Genehmigungsinhaber nicht. Ebenso wenig adressiert sie die weit verbreitete Verfügbarkeit illegaler Schusswaffen, die weiterhin die Hauptquelle von Waffengewalt in Touristenstädten darstellen. Stattdessen stoppt die Maßnahme vorübergehend neue Tragegenehmigungen und trifft damit vor allem Antragsteller, die ohnehin bereits Hintergrundprüfungen und rechtlicher Kontrolle unterliegen.



Pattayas Sicherheitsprobleme werden selten von neu lizenzierten Waffenbesitzern verursacht. Gewalttaten in der Stadt stehen weitaus häufiger im Zusammenhang mit illegalen Waffen, alkoholbedingten Streitigkeiten und nächtlichen Auseinandersetzungen in Ausgehvierteln, in denen die Durchsetzung der Vorschriften uneinheitlich ist. Bestehende Gesetze verbieten das Tragen von Schusswaffen in der Öffentlichkeit ohne rechtmäßigen Grund bereits, dennoch kommt es weiterhin zu Verstößen — ein Hinweis eher auf eine Vollzugslücke als auf ein Regulierungsdefizit.

Die Regierung beruft sich auf ihre Befugnisse nach dem Firearms Act von 1947, um die Aussetzung als Maßnahme zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung zu rechtfertigen. Doch Vertrauen wird nicht allein durch politische Ankündigungen wiederhergestellt. Einwohner und Langzeitbesucher beurteilen die Sicherheitslage meist nach dem, was sie vor Ort sehen: sichtbare Polizeipräsenz, schnelle Reaktionszeiten und eine konsequente Anwendung des Gesetzes. Ohne nachhaltige und sichtbare Durchsetzung drohen temporäre Einschränkungen zu symbolischen Gesten zu werden statt zu wirksamen Lösungen.


Für Pattaya dürften spürbare Verbesserungen der öffentlichen Sicherheit eher durch gezielte Maßnahmen gegen illegale Waffen, eine engere Überwachung von Hochrisiko-Nachtlebenzonen und ein konsequenteres Vorgehen gegen alkoholbedingte Gewalt erreicht werden. Das Einfrieren von Genehmigungen mag kurzfristig politischen Druck mindern, doch es geht kaum auf die Realitäten ein, die die Sicherheitslage der Stadt weiterhin prägen.