Warum ausländische Prostituierte immer wieder an den Pattaya Beach zurückkehren und weitere Festnahmen wahrscheinlich bleiben

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Verdächtige steigen nach einer gemeinsamen Polizeimaßnahme zur weiteren Überprüfung vor der Pattaya Tourist Police Station aus einem Polizeifahrzeug.

PATTAYA, Thailand – Trotz regelmäßiger Razzien durch Polizei und Behörden bleibt der Pattaya Beach Teil eines bekannten Kreislaufs: Festnahmen werden durchgeführt, Schlagzeilen folgen – und nur wenige Tage später tauchen dieselben oder neue Personen erneut auf.

Die jüngste gemeinsame Aktion von Touristenpolizei und Einwanderungsbehörden, bei der 20 Verdächtige kontrolliert wurden, entspricht einem Muster, das in Pattaya seit Jahren zu beobachten ist. Gleichzeitig wirft sie eine Frage auf, die offiziell selten direkt beantwortet wird: Warum kehrt Straßenprostitution, auch mit ausländischen Beteiligten, immer wieder an denselben Ort zurück?



Ein zentraler Faktor ist die rechtliche Grauzone. Prostitution selbst ist in Thailand nicht eindeutig kriminalisiert. Maßnahmen stützen sich häufig auf Ordnungswidrigkeiten, Anwerben in der Öffentlichkeit oder auf aufenthaltsrechtliche Verstöße. Festnahmen führen daher oft zu kurzfristigen Konsequenzen wie Dokumentenkontrollen, Geldstrafen oder Abschiebungen, ohne dauerhaft abschreckende Wirkung zu entfalten.

Hinzu kommt das sogenannte „Visa-Churning“. Viele ausländische Personen reisen mit Touristenvisa ein, arbeiten zeitweise im Umfeld der Nachtökonomie und verlassen das Land kurzzeitig, um anschließend erneut einzureisen. Ohne Überziehung des Aufenthalts oder offizielle Sperrvermerke bleibt eine Rückkehr häufig möglich – ein System, das faktisch eine Drehtür entstehen lässt.


Auch die geografische Situation spielt eine Rolle. Als öffentlicher Raum kann der Strand nicht geschlossen werden. Kontrollen sind sichtbar, aber zeitlich begrenzt. Sobald Patrouillen abziehen, normalisiert sich die Situation schnell wieder. Beteiligte kennen diese Abläufe, insbesondere rund um Feiertage oder Zeiten verstärkter Aufmerksamkeit.

Während Razzien das Angebot treffen, bleibt die Nachfrage weitgehend unberührt. Pattayas Tourismus lebt weiterhin mit einer doppelten Identität: familienfreundlich am Tag, erwachsenenorientiert in der Nacht. Solange Besucher mit entsprechenden Erwartungen anreisen, entsteht ein Markt, der sich anpasst – unabhängig von einzelnen Einsätzen.


Ein Großteil der Aktivitäten hat sich zudem längst in Bars, Massagesalons, private Wohnungen und Online-Plattformen verlagert. Sichtbare Aktivitäten am Strand bilden nur einen kleinen Teil des Gesamtbildes. Ihre Verdrängung beseitigt nicht die Nachfrage, sondern verschiebt sie lediglich.

Behörden begründen die Maßnahmen regelmäßig mit dem Schutz des touristischen Images der Stadt. Kritiker sehen darin jedoch häufig eher symbolische Kontrolle als strukturelle Lösung. Das Ergebnis ist vorhersehbar: weitere Festnahmen gelten als wahrscheinlich – nicht unbedingt, weil die Durchsetzung scheitert, sondern weil sie vor allem auf Sichtbarkeit und weniger auf grundlegende Ursachen abzielt.