Nach dem Countdown fragen Touristen, ob Pattaya ein Strandparadies oder eine Müllhalde ist

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Müll, Plastikbecher, Essensverpackungen und Zigarettenstummel bedecken in den frühen Morgenstunden des Neujahrstags Teile des Pattaya Beach, kurz nach dem Ende der Countdown-Feierlichkeiten.

PATTAYA, Thailand – Kaum waren die letzten Feuerwerkslichter am Himmel verblasst, zeigte sich am Pattaya Beach ein ganz anderes Bild zum Jahresbeginn. Als Touristen am 1. Januar mit der Erwartung von feinem Sand und Meerblick erwachten, fanden viele stattdessen Haufen von Plastikbechern, Essensverpackungen, Flaschen und Zigarettenstummeln entlang der Küste vor.

Besonders für Erstbesucher war der Kontrast schockierend. Über Nacht wirkte ein weltweit beworbenes Strandziel für manche weniger wie ein tropisches Paradies, sondern eher wie eine Müllkippe, nachdem die Feiernden weitergezogen waren.



Die Stadtreinigung von Pattaya reagierte rasch. Von der Nacht bis in den Nachmittag hinein arbeiteten die Teams ununterbrochen daran, den Strand, die Gehwege und die angrenzenden Straßen zu säubern. Der vertraute Anblick der „Ritter in orangefarbenen Hemden“, die sich durch Berge von Abfall kämpften, beruhigte einige Besucher – für andere war der Imageschaden jedoch bereits entstanden.

Mehrere Touristen äußerten am Strand hörbar ihr Unverständnis. „Man sieht Pattaya als Weltklasse-Destination beworben“, sagte ein ausländischer Besucher, „aber so aufzuwachen lässt einen daran zweifeln, wie viel Respekt diesem Ort tatsächlich entgegengebracht wird.“

Reinigungskräfte beseitigen am Neujahrsmorgen Abfallberge am Pattaya Beach, während Touristen zuschauen und sich fragen, ob die Stadt als Strandparadies oder Müllhalde behandelt wird.

In den sozialen Medien fiel die Kritik noch deutlicher aus. Langjährige Anwohner und regelmäßige Besucher betonten, das Problem liege nicht bei den städtischen Arbeitern, sondern im Verhalten einiger Feiernder, die Pattaya offenbar als einen Ort ohne Verantwortung betrachteten. Viele stellten die Frage, warum Menschen Essen, Getränke und Unterhaltung genießen könnten, aber alles liegen lassen, damit andere den Müll beseitigen müssen.


Besonders im Fokus der Kritik standen Zigarettenabfälle, Einwegplastik sowie komplette Picknick-Ausrüstungen, die im Sand zurückgelassen wurden. Einige Kommentatoren warnten, dass solche Szenen – trotz hoher Touristenzahlen – die Bemühungen Pattayas um ein saubereres und nachhaltigeres Image untergraben.

Es gab jedoch auch positive Zeichen. Umweltbewusste Jugendgruppen wurden dabei beobachtet, wie sie freiwillig Müll sammelten und für ein „Go-Green“-Bewusstsein sowie gemeinsame Verantwortung warben. Ihr Einsatz wurde gelobt, doch viele waren sich einig, dass freiwilliges Engagement allein ein wiederkehrendes Problem nicht lösen könne.

Der Pattaya Beach präsentiert sich später am Neujahrstag wieder sauber und geordnet, nachdem die Stadtreinigung von der Nacht bis in den Nachmittag hinein unermüdlich im Einsatz war.

Zunehmend wurden Forderungen nach deutlicheren Durchsagen bei Großveranstaltungen, mehr gut sichtbaren Abfall- und Zigarettenentsorgungsstellen sowie einer strengeren Durchsetzung der Müllvorschriften laut. Einige schlugen zudem kleine Umweltabgaben bei großen Festivals vor, um Reinigungsarbeiten zu finanzieren und sorgloses Verhalten einzudämmen.



Während Pattaya weiter daran arbeitet, sich von alten Klischees zu lösen, betonen Touristen, dass Taten mehr zählen als Slogans. Der Morgen nach dem Neujahrs-Countdown wurde zu einem stillen Test dafür, ob Pattaya nur ein Ort zum Feiern ist – oder ein Reiseziel, das Respekt verdient.

Für viele Besucher sind erste Eindrücke entscheidend. Und nach dem Ende der Feierlichkeiten sagt der Umgang einer Stadt mit ihrem Strand oft mehr aus als jedes Feuerwerk. (Fotos von der Facebook-Seite „Mayor’s Direct Line“ der Stadt Pattaya)