Thailand bereitet Schutzmaßnahmen gegen „Trump-Effekt“ vor – Investitionsoffensive stärkt Marktvertrauen

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Ekniti Nitithanprapas, Vizepremier und Finanzminister, spricht nach einem hochrangigen Regierungstreffen in Bangkok und erläutert Thailands Notfallpläne zur Abfederung der wirtschaftlichen Auswirkungen neuer US-Zölle, während er das Vertrauen in ein investitionsgetriebenes Wachstum für 2026 bekräftigt.

PATTAYA, Thailand – Der thailändische Vizepremier und Finanzminister Ekniti Nitithanprapas kündigte am Montag an, dass die Regierung Notfallmaßnahmen vorbereitet, um mögliche Auswirkungen des sogenannten „Trump-Effekts“ abzufedern. Vorausgegangen war ein hochrangiges Treffen mit Premierminister Anutin Charnvirakul.

Die Strategie folgt auf die Entscheidung der US-Regierung, einen pauschalen Importzoll von 15 Prozent einzuführen, nachdem der Supreme Court of the United States festgestellt hatte, dass ein ursprünglicher Plan die exekutiven Befugnisse überschritten habe. Trotz dieser globalen Handelsverschiebungen haben ausländische Kapitalzuflüsse den thailändischen Leitindex auf die Marke von 1.500 Punkten getrieben – ein Zeichen für starkes Vertrauen der Investoren in die wirtschaftlichen Fundamentaldaten des Landes.



Das Finanzministerium zeigt sich weiterhin zuversichtlich hinsichtlich der wirtschaftlichen Erholung und hält an seiner BIP-Wachstumsprognose für 2026 von 2,5 bis 3 Prozent fest. Minister Ekniti betonte, dass die neuen US-Zölle zwar erheblich seien, der einheitliche Satz von 15 Prozent für alle Länder jedoch Thailands Wettbewerbsposition sogar verbessern könnte, da damit gleiche Bedingungen gegenüber regionalen Konkurrenten geschaffen würden, die zuvor niedrigere Sätze genossen hätten. Das Handelsministerium beobachtet die Lage derzeit genau, zumal die aktuellen Zollmaßnahmen zunächst auf ein Zeitfenster von 150 Tagen begrenzt sind.


Um die derzeitige Dynamik zu nutzen, hat die Regierung das Jahr 2026 zum „Year of Investment“ erklärt. Im Mittelpunkt steht die gezielte Anwerbung ausländischer Direktinvestitionen (FDI) in den verarbeitenden Sektor statt kurzfristiger spekulativer Kapitalströme. Ein Kerninstrument dieser Offensive ist die Initiative „BOI Fast Pass“, die darauf abzielt, Investitionsanträge im Umfang von 480 Milliarden Baht durch den Abbau regulatorischer Hürden zu beschleunigen. Zudem wurde der Staatsrat beauftragt, Gesetze zu straffen und so weiteres wirtschaftliches Potenzial freizusetzen, damit Thailand seine Wachstumsziele trotz internationaler geopolitischer Spannungen erreichen kann. (TNA)